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sexta-feira, 10 de fevereiro de 2017

J.M.Coetzee



Er und sein Mann

Um jedoch auf meinen neuen Gefährten zurückzukommen, so gefiel mir dieser außerordentlich. Ich erachtete es für meine Pflicht, ihn in allem zu unterweisen, was ihn nützlich und geschickt machen könnte. Besonders gab ich mir Mühe, ihn sprechen und mich verstehen zu lehren. Er war der aufgeweckteste Schüler, den man sich denken kann. 
-- Daniel Defoe, Robinson Crusoe *
Boston, an der Küste von Lincolnshire, ist eine hübsche Stadt, schreibt sein Mann. Sie hat den höchsten Kirchturm von ganz England; Lotsen benutzen ihn als Navigationshilfe. Die Gegend um Boston ist Sumpfland. Es wimmelt dort von Rohrdommeln, unheilverkündende Vögel, die ein dumpfes Brüllen von sich geben, das meilenweit zu hören ist, wie der Knall eines Schusses.
Das Sumpfland beherbergt auch viele andere Vögel, schreibt sein Mann, Enten und Stockenten, Krickenten und Pfeifenten. Um die zu fangen, züchten die Leute vom Sumpfland zahme Enten, die sie Lockenten nennen.
Diese Sümpfe heißen fens und sind Feuchtgebiete. Es gibt Feuchtgebiete in ganz Europa, auf der ganzen Welt, aber sie heißen dort nicht fens, fen ist ein englisches Wort, es wandert nicht.
Diese Lincolnshire-Lockenten, schreibt sein Mann, werden in Fangteichen gezüchtet und durch Handfütterung zahm gehalten. Wenn dann die rechte Jahreszeit da ist, werden sie ins Ausland, nach Holland und Deutschland, geschickt. In Holland und Deutschland treffen sie sich mit anderen ihresgleichen, und wenn sie sehen, was für ein elendes Leben diese holländischen und deutschen Enten fristen, weil ihre Flüsse im Winter zufrieren und ihre Äcker mit Schnee bedeckt sind, versäumen sie nicht, ihnen in einer Art Sprache, mit der sie sich verständlich machen, mitzuteilen, dass es in England, wo sie herkommen, ganz anders ist: Englische Enten haben Küsten, die ihnen genug sättigende Nahrung bieten, Gezeiten, die ungehindert in die Flüsse hinein strömen; sie haben Seen, Quellen, offene Teiche und geschützte Teiche; auch Äcker voller Körner, die von den Ährenlesern liegen gelassen wurden; und keinen Frost oder Schnee, oder nur ganz wenig.
Durch diese Angaben, schreibt er, die ganz in der Entensprache gemacht werden, ziehen die Lockenten riesige Scharen Wasservögel an und entführen sie sozusagen. Sie führen sie von Holland und Deutschland übers Meer und lassen sich mit ihnen auf den Fangteichen im Sumpfland von Lincolnshire nieder, wobei sie unablässig in ihrer Sprache quaken und schnattern und ihnen sagen, das seien die Teiche, von denen sie ihnen erzählt haben, wo sie ruhig und sicher leben sollen.
Und während sie damit beschäftigt sind, kriechen die Entenfänger, die Herren der Lockenten, in Verstecke, die sie im Sumpfland aus Ried errichtet haben, und werfen aus der Deckung heraus Körner aufs Wasser; und die Lockenten folgen ihnen und ziehen ihre ausländischen Gäste nach. Und so führen sie ihre Gäste in zwei oder drei Tagen immer enger werdende Wassergräben hinauf und rufen ihnen die ganze Zeit zu: Seht doch, wie gut wir in England leben!, bis sie an einen Ort kommen, wo man Netze aufgespannt hat.
Dann schicken die Entenfänger ihren Jagdhund vor, den man perfekt darauf abgerichtet hat, hinter den Vögeln herzuschwimmen und dabei zu bellen. Zu Tode erschreckt von diesem Untier fliegen die Enten auf, werden aber durch die oben aufgespannten Netze ins Wasser zurück gezwungen und müssen daher unterm Netz schwimmen oder umkommen. Aber das Netz wird immer enger, wie ein Sacknetz, und an seinem Ende stehen die Entenfänger, die ihre Gefangenen eine nach der anderen herausholen. Die Lockenten werden gestreichelt und gelobt, was aber ihre Gäste angeht, so werden sie auf der Stelle mit Knüppeln erschlagen und gerupft und zu Hunderten und Tausenden verkauft.
Diese ganzen Neuigkeiten von Lincolnshire schreibt sein Mann in sauberer, flinker Schrift, mit Federkielen, die er jeden Tag vor einem neuen Kampf mit der Seite mit seinem kleinen Taschenmesser anspitzt.
In Halifax, schreibt sein Mann, stand - bis man ihn in der Regierungszeit Jakob I. entfernte - ein Hinrichtungsapparat, der folgendermaßen funktionierte: Der Verurteilte wurde mit dem Kopf auf den unteren Querbalken oder die Mulde des Schafotts gelegt; dann schlug der Henker einen Stift heraus, der das schwere Fallbeil oben hielt. Das Beil fuhr ein kirchentürhohes Gestell herab und enthauptete den Mann so sauber wie ein Schlachtmesser.
Es gab aber einen Brauch in Halifax, dass der Verurteilte, wenn er zwischen dem Herausschlagen des Stiftes und dem Herabfahren des Beils aufspringen, den Hang hinunterlaufen und über den Fluss schwimmen konnte, ohne vom Henker eingefangen zu werden, freigelassen werden würde. Aber solange der Apparat in Halifax stand, ist das in all den Jahren nie geschehen.
Er (jetzt nicht sein Mann, sondern er) sitzt in seinem Zimmer am Hafen von Bristol und liest das. Er wird langsam älter, man kann fast schon sagen, dass er mittlerweile ein alter Mann ist. Seine Gesichtshaut, einst von der Tropensonne fast schwarzbraun gebrannt, bevor er aus Palmblattstreifen einen Sonnenschirm anfertigte, ist nun blasser, doch immer noch ledern wie Pergament; auf der Nase hat er von der Sonne eine wunde Stelle, die nicht heilen will.
Der Sonnenschirm steht immer noch hier in seinem Zimmer in einer Ecke, aber der Papagei, den er mitgebracht hatte, ist gestorben. Armer Robin!,kreischte der Papagei auf der Schulter seines Herrn sitzend, Armer Robin Crusoe! Wer rettet den armen Robin? Seine Frau konnte das Zetern des Papageis nicht ertragen, Armer Robin tagaus, tagein. Ich werd ihm den Hals umdrehn, sagte sie, aber sie traute sich nicht.
Als er mit dem Papagei, dem Sonnenschirm und der Schatztruhe von seiner Insel nach England zurückkehrte, lebte er eine Weile recht friedlich mit seiner alten Frau auf dem Gut, das er in Huntingdon gekauft hatte, denn er war ein reicher Mann geworden, und nach der Veröffentlichung des Buchs über seine Abenteuer war er noch reicher. Aber die Jahre auf der Insel und danach die Jahre des Umherreisens mit seinem Diener Freitag (armer Freitag, jammert er vor sich hin, kreisch, kreisch, denn der Papagei sprach nie Freitags Namen, nur seinen) ließen ihm das Leben eines Grundbesitzers jetzt langweilig werden. Und, um bei der Wahrheit zu bleiben, das Eheleben war ebenfalls eine herbe Enttäuschung. Er zog sich immer öfter in die Stallungen zurück, zu seinen Pferden, die Gott sei Dank nicht schwatzten, sondern bei seinem Kommen leise wieherten, um ihm zu zeigen, dass sie wussten, wer er war, und dann still waren.
Von seiner Insel kommend, wo er vor Freitags Ankunft ein schweigsames Leben geführt hatte, schien es ihm nun, als würde auf der Welt zu viel geredet. Im Bett neben seiner Frau war ihm zumute, als schütte man ihm unter nicht enden wollendem Gerassel und Gepolter Kieselsteine über den Kopf, wenn er sich nichts weiter wünschte, als zu schlafen.
Als seine alte Frau ihren Geist aufgab, trug er daher Trauer, aber er war nicht betrübt. Er begrub sie, und nach einer angemessenen Zeit mietete er am Hafen von Bristol dieses Zimmer im Lustigen Seebären und überließ die Verwaltung seines Guts in Huntingdon seinem Sohn. Er nahm nur den Sonnenschirm von der Insel, die ihn berühmt gemacht hatte, und den toten Papagei auf seiner Stange und ein paar unentbehrliche Dinge mit und hat seither hier immer allein gelebt; bei Tag schlendert er seine Pfeife rauchend über die Piers und Kais und starrt übers Meer nach Westen, denn er hat noch scharfe Augen. Und seine Mahlzeiten lässt er sich aufs Zimmer bringen; denn er hat keine Freude an gesellschaftlichem Umgang, da er sich auf der Insel an die Einsamkeit gewöhnt hat.
Er liest nicht, er hat die Lust dazu verloren; aber durch das Aufschreiben seiner Abenteuer ist ihm das Schreiben zur Gewohnheit geworden, es ist eine recht angenehme Freizeitbeschäftigung. Abends beim Schein der Kerzen holt er seine Papiere hervor und spitzt seine Federkiele an und schreibt ein oder zwei Seiten von seinem Mann, dem Mann, der von den Lockenten in Lincolnshire berichtet, und von der großen Todesmaschine in Halifax, der man entrinnen kann, wenn man vor dem Fallen des schrecklichen Beils aufspringen und den Hang hinunterlaufen kann, und von einer Reihe anderer Dinge. Von jedem Ort, den er besucht, berichtet er, das ist die vordringlichste Beschäftigung seines so geschäftigen Mannes.
Er, Robin, den der Papagei den armen Robin zu nennen pflegte, schlendert an der Hafenmauer entlang, denkt über den Apparat von Halifax nach, lässt einen Kieselstein fallen und lauscht. Eine Sekunde, weniger als eine Sekunde, ehe er das Wasser erreicht. Gottes Gnade ist schnell bereit, aber könnte nicht das große Fallbeil aus gehärtetem Stahl, das schwerer als ein Kieselstein und gut geschmiert ist, schneller sein? Wie sollen wir dem Beil jemals entkommen? Und was für ein Mensch ist das bloß, der so geschäftig quer durch das Königreich hierhin und dahin eilt, von einem Schauspiel des Todes zum nächsten (Erschlagen, Köpfen), und einen Bericht nach dem anderen schickt?
Ein Geschäftsmann, denkt er bei sich. Er soll ein Geschäftsmann sein, zum Beispiel ein Getreidehändler oder ein Lederwarenhändler; oder ein Hersteller und Lieferant von Dachziegeln an einem Ort, wo es viel Lehm gibt, zum Beispiel Wapping, der durch sein Gewerbe viel reisen muss. Mache ihn wohlhabend, gib ihm eine Frau, die ihn liebt, die nicht zu viel schwatzt und ihm Kinder schenkt, hauptsächlich Töchter; gib ihm ein gewisses Maß an Glück; lasse dann sein Glück ein jähes Ende finden. Die Themse tritt in einem Winter über die Ufer, die Öfen, in denen man die Ziegel trocknet, werden weggespült, oder die Getreidespeicher oder die Gebäude der Lederwarenfabrik; er, sein Mann, ist ruiniert, Gläubiger fallen über ihn her wie Schmeißfliegen oder wie Krähen, er muss sein Zuhause, seine Frau, seine Kinder fluchtartig verlassen und sich verkleidet und unter falschem Namen in den Elendsquartieren der Beggars Lane verstecken. Und das alles - die Flut, der wirtschaftliche Ruin, die Flucht, die Mittellosigkeit, die Lumpen, die Einsamkeit - das alles soll ein Sinnbild des Schiffbruchs und der Insel sein, wo er, der arme Robin, sechsundzwanzig Jahre lang von der Welt abgeschieden war, bis er beinahe verrückt wurde (und wer sagt denn, dass er es nicht bis zu einem gewissen Grad geworden ist?).
Oder aber der Mann soll ein Sattler mit einem Haus und einem Laden und einem Lager in Whitechapel sein, ein Muttermal auf dem Kinn und eine Frau haben, die ihn liebt und nicht schwatzt und ihm Kinder schenkt, hauptsächlich Töchter, und die ihn sehr glücklich macht, bis die Pest über die Stadt hereinbricht, es ist das Jahr 1665, das Große Feuer von London hat noch nicht gewütet. Die Pest bricht über London herein: täglich steigt in einem Pfarrbezirk nach dem anderen die Zahl der Toten, bei Arm und Reich, denn die Pest fragt nicht nach dem Stand, sein ganzer weltlicher Reichtum wird diesen Sattler nicht retten. Er schickt seine Frau mit den Töchtern aufs Land und schmiedet Pläne für die eigene Flucht, führt sie dann aber nicht aus. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, daß du nicht erschrecken müssest vor dem Grauen der Nacht, liest er, als er die Bibel an beliebiger Stelle aufschlägt, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittage verderbt. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.
Aus diesem Zeichen Mut schöpfend, einem Zeichen für sicheres Geleit, bleibt er im seuchenbefallenen London und macht sich daran, Berichte zu schreiben. Auf der Straße traf ich eine Menschenmenge an, schreibt er, und eine Frau in ihrer Mitte zeigt plötzlich zum Himmel. Seht doch, schreit sie, ein Engel in weißen Gewändern schwingt ein flammendes Schwert! Und die Menschen in der Menge nicken einander zu, Ja, es stimmt, sagen sie: ein Engel mit einem Schwert! Aber er, der Sattler, sieht keinen Engel, kein Schwert. Er sieht nur eine seltsam geformte Wolke, die von der Sonne auf der einen Seite heller beschienen wird als auf der anderen.
Es ist eine Allegorie!, schreit die Frau auf der Straße; aber er kann beim besten Willen keine Allegorie sehen. So steht es in seinem Bericht.
An einem anderen Tag geht sein Mann, der einmal Sattler war, aber jetzt ohne Beschäftigung ist, in Wapping am Fluss entlang und beobachtet, wie eine Frau von ihrer Haustür aus einem Mann, der ein kleines Fischerboot rudert, zuruft: Robert! Robert!, ruft sie; und wie der Mann dann ans Ufer rudert und aus dem Boot einen Sack hebt, den er auf einen Stein am Flussrand legt; und wie die Frau, von tiefem Gram gezeichnet, zum Fluss herunterkommt, den Sack nimmt und ihn heimträgt.
Er spricht den Mann an und redet mit ihm. Robert erzählt ihm, dass er der Ehemann der Frau ist und dass der Sack den Wochen-Vorrat für sie und ihre Kinder enthält, Fleisch und Mehl und Butter; aber dass er sich nicht näher heran traut, denn sie alle, die Frau und die Kinder, tragen die Pest in sich; und dass es ihm das Herz bricht. Und das alles - der Mann Robert und seine Frau, die durch Rufe über das Wasser Zwiesprache miteinander halten, und der am Ufer zurückgelassene Sack - steht gewiss für sich, doch es steht auch als Sinnbild für seine, Robinsons, Einsamkeit auf der Insel, wo er in seiner Stunde der schwärzesten Verzweiflung seinen Lieben daheim in England über das Meer hinweg zurief, sie mögen ihn retten, und bei anderen Gelegenheiten zum Wrack hinausschwamm, um Vorräte zu suchen.
Ein weiterer Bericht aus dieser Zeit des Jammers. Ein Mann, der die Schmerzen nicht länger ertragen kann, die ihm die Schwellungen in der Leistengegend und unter den Achseln bereiten, die Zeichen der Pest sind, rennt brüllend und splitterfasernackt auf die Straße, hinaus auf die Harrow Alley in Whitechapel, wo sein Mann, der Sattler, mitansieht, wie er hüpft und springt und Tausend seltsame Bewegungen macht, während ihm Frau und Kinder nachlaufen und ihm zurufen, er solle zurückkommen. Und dieses Hüpfen und Springen ist eine Allegorie seines eigenen Hüpfens und Springens nach der Katastrophe des Schiffbruchs, als er den Strand nach einer Spur von seinen Kameraden gründlich abgesucht und keine gefunden hatte, außer zwei Schuhen, die nicht zusammengehörten, und begriffen hatte, dass er allein auf einer wilden Insel gestrandet war, höchstwahrscheinlich dem Untergang geweiht, ohne Aussicht auf Rettung.
(Aber wovon singt er insgeheim noch, fragt er sich verwundert, dieser arme geplagte Mann, von dem er liest, außer von seiner Verlassenheit? Was ruft er, über die Meere und über die Jahre hinweg, aus seinem privaten Feuer?)
Vor einem Jahr hat er, Robinson, einem Seemann zwei Guineen bezahlt für einen Papagei, den der Seemann, wie er sagte, aus Brasilien mitgebracht hatte - einen Vogel, der nicht so prächtig wie sein eigenes heißgeliebtes Tier war, aber dennoch wunderschön, mit grünem Gefieder und einer scharlachroten Haube und auch sehr sprechfreudig, wenn man dem Seemann glauben wollte. Und wirklich saß der Vogel im Gasthauszimmer auf seiner Stange, mit einer kleinen Kette am Bein, falls er den Versuch machen sollte, wegzufliegen, und sprach die Worte Armer Poll! Armer Poll! immer und immer wieder, bis er ihn zudecken musste; aber man konnte ihm kein anderes Wort beibringen, Armer Robin! zum Beispiel, weil er vielleicht zu alt dafür war.
Der arme Poll blickt durch das schmale Fenster auf die Mastspitzen, und über die Mastspitzen hinweg auf die grauen Wogen des Atlantiks: Was ist das für eine Insel, so kalt, so trüb, fragt der arme Poll, auf der ich gestrandet bin? Wo warst du, mein Retter, in meiner Stunde der Not?
Ein Mann schläft in einem Hauseingang in Cripplegate ein (wieder ein Bericht seines Mannes), da er betrunken ist und es schon tiefe Nacht ist. Der Totenkarren macht die Runde (wir sind noch im Pestjahr), und die Nachbarn legen den Mann, weil sie ihn für tot halten, auf den Karren zu den Leichen. Schließlich kommt der Karren bei der Totengrube in Mountmill an, und der Fuhrmann, das Gesicht gänzlich verhüllt zum Schutz gegen die Ausdünstung, packt ihn, um ihn in die Grube zu werfen; und er wacht auf und wehrt sich in seiner Verwirrung. Wo bin ich?, fragt er. Gleich wirst du mit den Toten begraben, sagt der Fuhrmann. Dann bin ich also tot?, fragt der Mann. Und das ist auch ein Sinnbild für ihn auf seiner Insel.
Einige Londoner gehen weiter ihren Geschäften nach, weil sie glauben, sie wären gesund und würden verschont werden. Aber insgeheim haben sie die Pest im Blut: wenn die Seuche ihr Herz erreicht, fallen sie auf der Stelle tot um, so berichtet sein Mann, wie vom Blitz getroffen. Und das ist ein Sinnbild des Lebens selbst, des ganzen Lebens. Gebührende Vorbereitung. Wir sollten uns gebührend auf den Tod vorbereiten, sonst werden wir gefällt, wo wir stehen. Wie er, Robinson, erkennen musste, als er plötzlich eines Tages auf seiner Insel einen menschlichen Fußabdruck im Sand entdeckte. Es war ein Abdruck, und daher ein Zeichen: für einen Fuß, für einen Menschen. Aber es war auch das Zeichen für viel mehr. Du bist nicht allein, besagte das Zeichen; und auch: Ganz gleich, wie weit du segelst, ganz gleich, wo du dich versteckst, man wird dich aufspüren.
Im Pestjahr, schreibt sein Mann, verließen andere aus großer Furcht alles, ihre Häuser, ihre Frauen und Kinder, und flohen so weit von London weg, wie sie konnten. Als die Pest vorüber war, wurde ihre Flucht von allen Seiten als jämmerliche Feigheit verdammt. Aber, schreibt sein Mann, wir vergessen, welcher besondere Mut vonnöten war, um der Pest standzuhalten. Es war nicht einfach der Mut eines Soldaten, der eine Waffe in die Hand nimmt und den Feind angreift: es war, als ob man den Tod selbst auf seinem fahlen Pferd angriffe.
Selbst in Hochform sprach sein Inselpapagei, der geliebtere von beiden, kein Wort, das ihm nicht sein Herr und Meister beigebracht hatte. Wie kommt es dann, dass dieser Mann, sein Mann, der eine Art Papagei ist und nicht sehr geliebt wird, genauso gut wie oder besser als sein Herr und Meister schreibt? Denn er führt die Feder sehr geschickt, dieser Mann, sein Mann, das ist nicht zu bezweifeln. Als ob man den Tod selbst auf seinem fahlen Pferd angriffe. Er hingegen war geschickt im Rechnen und in der Buchführung, was er im Kontor gelernt hatte, nicht im Formulieren. Der Tod selbst auf seinem fahlen Pferd - das sind Worte, die ihm nicht einfallen würden. Nur wenn er sich diesem Mann, seinem Mann, ausliefert, kommen solche Worte.
Und Lockenten: Was wusste er, Robinson, von Lockenten? Gar nichts, bis sein Mann ihm Berichte zu schicken begann. Die Lockenten der Sumpfgebiete von Lincolnshire, der große Hinrichtungsapparat in Halifax: Berichte von einer ausgedehnten Rundreise, die sein Mann offenbar auf der britischen Insel macht, was ein Sinnbild seiner eigenen Reise im selbstgebauten Boot um seine Insel ist, der Reise, die zeigte, dass es eine andere Seite der Insel gab, felsig und düster und unwirtlich, die er danach nie mehr besucht hat, obwohl Kolonisten, falls solche einmal auf die Insel kommen sollten, sie vielleicht erforschen und besiedeln werden; und auch das ist ein Sinnbild - für die dunkle Seite der Seele und die lichte Seite.
Als die ersten Scharen von Plagiatoren und Nachahmern sich auf seine Inselchronik stürzten und der Öffentlichkeit ihre frei erfundenen Geschichten vom Leben eines Schiffbrüchigen unterschoben, sah er in ihnen nicht mehr und nicht weniger als eine Horde Kannibalen, die über sein Fleisch, das heißt, sein Leben, herfielen; und er hatte keine Bedenken, das auch zu sagen. Als ich mich gegen die Kannibalen verteidigte, die mich erschlagen, braten und verschlingen wollten, schrieb er, glaubte ich mich gegen die Sache selbst zu verteidigen. Ich ahnte kaum, schrieb er, dass diese Kannibalen nur Sinnbilder einer noch teuflischeren Gier waren, die an der Wahrheit selbst nagen würde.
Aber bei weiterem Nachdenken schleicht sich nun in seine Brust allmählich ein gewisses Mitgefühl für seine Nachahmer. Denn es scheint ihm jetzt, als gebe es nur eine Hand voll Geschichten auf der Welt; und wenn es den Jungen verboten sein soll, die Alten auszubeuten, dann müssten sie für immer schweigen.
So berichtet er bei der Schilderung seiner Inselabenteuer, wie er eines Nachts in panischer Angst aufwachte und überzeugt davon war, der Teufel in Gestalt eines riesigen Hundes läge auf ihm in seinem Bett. Deshalb sprang er auf, packte ein Entermesser und hieb damit nach rechts und links, um sich zu verteidigen, während der arme Papagei, der neben seinem Bett schlief, erschreckt kreischte. Erst viele Tage später begriff er, dass weder ein Hund noch der Teufel auf ihm gelegen hatten, sondern dass er eine vorübergehende Lähmung gehabt hatte, und da er sein Bein nicht bewegen konnte, daraus gefolgert hatte, irgendein Wesen läge auf ihm. Und die Lehre aus diesem Vorfall war offenbar, dass alle Leiden, einschließlich des Schlaganfalls, vom Teufel kommen, ja der Teufel selber sind; dass eine Heimsuchung durch Krankheit als Heimsuchung durch den Teufel versinnbildlicht werden kann, oder durch einen Hund als Sinnbild des Teufels, und umgekehrt, dass die Heimsuchung eine Krankheit versinnbildlicht, wie in der Pestchronik des Sattlers; und dass deshalb keiner, der Geschichten über den Teufel oder die Pest schreibt, sofort als Fälscher oder Dieb abgetan werden sollte.

Als er vor Jahren den Entschluss fasste, seine Inselgeschichte zu Papier zu bringen, stellte er fest, dass die Worte nicht kamen und die Feder ihm nicht gehorchen wollte, dass selbst seine Finger steif und unwillig waren. Aber Tag für Tag, nach und nach, meisterte er das Geschäft des Schreibens, und als er dann seine Abenteuer mit Freitag im eisigen Norden beschrieb, floss ihm der Text schließlich leicht aus der Feder, sogar ohne großes Nachdenken.
Diese alte Leichtigkeit des Schreibens hat ihn leider im Stich gelassen. Wenn er sich an den kleinen Schreibtisch vor das Fenster setzt, das auf den Hafen von Bristol blickt, erscheint ihm seine Hand so ungeschickt und die Feder so ungewohnt wie eh und je.
Ob er, jener andere, sein Mann, das Geschäft des Schreibens leichter findet? Seine Geschichten von Enten und Hinrichtungsapparaten und London während der Pest sind angenehm flüssig geschrieben; aber das waren seine eigenen Geschichten auch einmal. Vielleicht beurteilt er ihn falsch, jenen agilen kleinen Mann mit dem flinken Gang und dem Muttermal am Kinn. Vielleicht sitzt er gerade jetzt allein in einem gemieteten Zimmer, irgendwo in diesem großen Königreich, taucht die Feder ein, taucht sie noch einmal ein, voller Zweifel, Vorbehalte und Bedenken.
Als was sollen sie auftreten, dieser Mann und er? Als Herr und Sklave? Als Brüder, Zwillingsbrüder? Als Waffenbrüder? Oder als Feinde, Widersacher? Welchen Namen soll er diesem Namenlosen geben, mit dem er seine Abende und manchmal auch seine Nächte verbringt, der nur am Tag abwesend ist, wenn er, Robin, über die Kais wandert und die kürzlich eingelaufenen Schiffe besichtigt und sein Mann im Eiltempo durchs Königreich reist und seine Besichtigungen macht?
Wird dieser Mann auf seinen Reisen auch einmal nach Bristol kommen? Er sehnt sich danach, dem Mann persönlich zu begegnen, ihm die Hand zu schütteln, mit ihm am Kai entlangzuschlendern und ihm zu lauschen, wenn er von seinem Besuch auf der düsteren Nordseite der Insel oder von seinen Abenteuern beim Geschäft des Schreibens berichtet. Aber er fürchtet, dass es keine Begegnung geben wird, nicht in diesem Leben. Wenn er sich für ein Bild für sie beide - für seinen Mann und ihn - entscheiden muss, dann würde er schreiben, sie seien wie zwei Schiffe, die in entgegengesetzte Richtungen segeln, das eine nach Westen, das andere nach Osten. Oder besser, dass sie Hilfsmatrosen sind, die in der Takelage arbeiten, der eine auf einem nach Westen segelnden Schiff, der andere auf einem nach Osten segelnden Schiff. Ihre Schiffe fahren dicht aneinander vorbei, in Rufweite. Aber die See ist rauh, das Wetter stürmisch: Gischt peitscht ihnen in die Augen, ihre Hände brennen vom Tauwerk, so fahren sie aneinander vorbei und sind zu geschäftig, um auch nur zu winken.



(* Zitiert nach der Robinson-Crusoe-Ausgabe in Reclams Universalbibliothek. Aus dem Englischen von A. Tuhten, bearbeitet von Dr. Gerhard Jacob.)
Übersetzt von Reinhild Böhnke.

Copyright © The Nobel Foundation 2003

quinta-feira, 9 de fevereiro de 2017

J.M.Coetzee



Lui et son homme


Mais retournons à mon nouveau compagnon. J'étais enchanté de lui, et je m'appliquais à lui enseigner à faire tout ce qui était propre à le rendre utile, adroit, entendu, mais surtout à me parler et à me comprendre, et je le trouvai le meilleur écolier qui fût jamais. 
-- Daniel Defoe, Robinson Crusoe (traduction Pétrus Borel)
Boston, situé sur la côte du Lincolnshire, est une jolie petite ville, écrit son homme. On peut y voir le plus haut clocher de toute l'Angleterre; les pilotes le prennent comme amer pour guider les navires. Boston est entouré de marécages. Les butors, ou boeufs d'eau, y abondent ; ce sont de sinistres oiseaux dont le cri, un profond mugissement, est si sonore qu'il s'entend à deux miles de distance, comme l'écho d'un coup de fusil.
Ces marécages abritent de nombreuses autres espèces de volatiles, écrit son homme, canards, malards, sarcelles et macreuses, et pour les capturer les hommes des Fens, les hommes des palus, élèvent et domestiquent des canards qu'ils désignent sous le nom d'appeaux ou appelants.
Les Fens sont des étendues marécageuses. Il y a de tels marais dans toute l'Europe, dans le monde entier, mais ailleurs on ne les appelle pas des Fens. Fen est un mot anglais qui ne saurait migrer.
Ces appelants du Lincolnshire, écrit son homme, sont élevés dans des étangs à canards appelants et on les domestique en les nourrissant à la main. Puis, la saison venue, on les envoie à l'étranger, en Hollande et en Allemagne. En Hollande et en Allemagne, ils retrouvent des congénères, et voyant la vie misérable que connaissent ces canards hollandais et allemands, voyant que leurs rivières sont prises l'hiver par le gel et que leurs terres se couvrent de neige, ils ne manquent pas de leur faire savoir, dans un langage qu'ils savent leur faire comprendre, qu'en Angleterre d'où ils viennent, il en est tout autrement : les canards anglais connaissent des rivages où ils trouvent de quoi se nourrir en abondance, les marées remontent sans obstacle fort loin dans les cours d'eau; ils ont des lacs, des sources, des étangs à ciel ouvert et des étangs abrités; et aussi des terres où ils trouvent en abondance du blé laissé par les glaneurs; et point de gel ni de neige, ou fort peu.
En leur peignant un tel tableau, écrit-il, ce qu'ils font en langage de canard, les appeaux ou appelants, attirent et rassemblent des volatiles en grand nombre et, pour ainsi dire, les kidnappent. Par delà les mers, depuis l'Allemagne et la Hollande, ils les guident vers leur pays jusqu'à leurs étangs dans les Fens du Lincolnshire, ne cessant de nasiller et de cancaner pour leur dire dans leur langage que ce sont là les étangs dont ils leur ont parlé et où ils pourront désormais vivre sains et saufs.
Et tandis qu'ils s'emploient ainsi à installer leurs congénères, les sauvaginiers, les maîtres des canards appelants, se mettent à couvert dans des abris ou canardières qu'ils ont bâties avec des roseaux sur les fens, et, sans se faire voir, jettent des poignées de blé sur l'eau des marais; et les appeaux ou appelants les suivent amenant à leur suite leurs hôtes étrangers. Et ainsi, en deux ou trois jours, ils mènent leurs hôtes par des cours d'eau de plus en plus étroits, ne cessant de les inviter à voir comme on vit bien en Angleterre, vers un endroit où des filets ont été déployés.
Puis les maîtres des appelants envoient leur chien qui a été bien dressé à poursuivre les oiseaux à la nage, qui aboie tout en nageant. Effrayés au plus haut point par cette terrible créature, les canards prennent leur vol, mais ils sont rabattus dans l'eau par les filets tendus au dessus d'eux, et il leur faut nager ou périr, sous le filet. Mais le filet se fait de plus en plus étroit, comme une bourse qui se resserre, et au bout se tiennent les dresseurs d'appeaux, qui se saisissent de leurs captifs un par un. Et de caresser les appelants et de les féliciter. Quant à leurs hôtes, on les assomme sur place, on les plume et on les vend par centaines et par milliers.
Toute cette chronique du Lincolnshire son homme la rédige d'une écriture soignée et alerte, de ses plumes qu'il taille avec son petit canif chaque jour avant de se remettre à la tâche pour noircir une page de plus.
A Halifax, écrit son homme, se dressait, avant qu'on le supprime sous le règne du roi Jacques Premier, un instrument de supplice qui fonctionnait ainsi : la tête du condamné était placée sur la poutre de bois ou lunette à la base de l'échaffaud; puis le bourreau faisait sauter le goujon qui retenait le lourd couperet. Le couperet descendait entre les montants verticaux d'un cadre aussi haut qu'un porche d'église et décapitait l'homme aussi net qu'un couteau de boucher.
La coutume à Halifax disait cependant que, si, entre le moment où l'on faisait sauter le goujon et l'instant où le couperet tombait, le condamné parvenait à se remettre prestement sur pied, à dévaler la colline et traverser la rivière à la nage sans se faire reprendre par le bourreau, il aurait la vie sauve. Mais durant toutes les années où cette machine se dressa à Halifax, cela ne se produisit jamais.
Quant à lui (pas son homme cette fois, mais lui-même), il est assis dans sa chambre au bord de l'estuaire à Bristol et il lit ces lignes. Il se fait vieux, on pourrait presque dire de lui que c'est un vieillard maintenant. La peau de son visage que le soleil des tropiques avait quasiment noircie avant qu'il ne fabrique un parasol fait de palmes ou de feuilles de palmetto pour s'abriter, est plus pâle aujourd'hui, mais elle est restée tannée, parcheminée; le soleil lui a laissé sur le nez une plaie qui ne veut pas guérir.
Le parasol, il l'a encore avec lui, dans un coin de sa chambre, mais le perroquet qui était revenu avec lui n'est plus. Pauvre Robin! disait-il de sa voix rauque, perché sur son épaule, Pauvre Robin Crusoé! Qui sauvera le pauvre Robin? Sa femme ne pouvait souffrir les lamentations du perroquet, Pauvre Robin, du matin au soir. Je lui tordrai le cou, disait-elle, mais elle n'avait pas le courage de le faire.
Lorsqu'il revint en Angleterre de son île avec son perroquet et son parasol et son coffre plein de trésors, pendant un temps, il vécut passablement en paix avec sa vieille épouse sur les terres qu'il avait achetées à Huntingdon, car il était devenu un homme riche, plus riche encore lorsque l'on publia le livre narrant ses aventures. Mais les années dans l'île, et les années passées à courir le monde avec son serviteur Vendredi (pauvre Vendredi, se lamente-t-il, couac, couac, car le perroquet ne voulut jamais dire le nom de Vendredi, il ne disait que le sien) lui rendait la vie de propriétaire terrien bien morne. Et pour dire la vérité, la vie conjugale lui était une amère déception. De plus en plus, il se retirait à l'écurie, auprès de ses chevaux, qui, dieu merci, ne jacassaient pas, mais hennissaient doucement à son approche, pour montrer qu'ils le connaissaient, et puis se tenaient tranquilles.
Il lui semblait, venant de son île où, jusqu'à l'arrivée de Vendredi, il avait connu une vie de silence, qu'il il y avait trop de paroles prononcées en ce monde. Dans son lit, à côté de sa femme, il avait l'impression qu'un déluge de cailloux s'abattait sur sa tête, dans un bruissement, un crépitement sans fin, alors que son seul désir était de dormir.
Alors, lorsque sa vieille épouse rendit l'âme, il prit le deuil mais ne la pleura pas. Il la mit en terre et ayant laissé passer le temps qu'exigent les convenances, il prit une chambre à l'auberge du Brave Gabier sur les quais de Bristol, laissant l'administration de son domaine d'Huntingdon à son fils, et ne prenant avec lui que le parasol rapporté de l'île qui l'avait rendu célèbre, le perroquet défunt attaché à son perchoir et quelques objets de première nécessité. C'est là qu'il vit depuis, seul, allant faire dans la journée un tour sur les quais et les pontons, portant ses regards vers l'ouest sur la mer, car il a encore bonne vue, tirant sur sa pipe. Pour ses repas, il se les fait monter dans sa chambre; car il ne trouve nul plaisir à se trouver en compagnie, s'étant habitué à la solitude sur son île.
Il ne lit guère, il a perdu le goût de la lecture; mais à écrire ses aventures, il a pris l'habitude d'écrire; cela le distrait passablement. Le soir, à la chandelle, il sort ses papiers, taille ses plumes et écrit une page ou deux sur son homme, l'homme qui envoie ses chroniques sur les appelants du Lincolnshire et sur la machine de mort d'Halifax, à laquelle on peut échapper si, avant que ne s'abatte l'épouvantable couperet, on peut, d'un bond, se mettre sur pied et dévaler la colline, et sur bien d'autres choses encore. De partout où il se rend, il envoie ses rapports, c'est là l'affaire la plus pressée de son homme, un homme fort affairé.
Dans ses flâneries sur la digue, méditant sur l'engin qui se dressait à Halifax, lui, Robin que le perroquet appelait jadis le pauvre Robin, laisse tomber un galet et prête l'oreille. Il ne faut qu'une seconde, moins d'une seconde, pour que le galet arrive jusqu'à l'eau. La grâce de Dieu est preste, mais la grande lame d'acier trempé, bien plus lourde qu'un galet, et graissée au suif, ne serait-elle pas plus preste encore? Comment y échapperons-nous jamais? Et quelle espèce d'homme est-ce donc pour courir le royaume d'un bout à l'autre, pour aller d'un spectacle de mort à l'autre (de bastonnade en décapitation) et inlassablement dépêcher ses rapports?
Homme d'affaires, se dit-il. Qu'il soit homme d'affaires, négociant en grains ou en peausserie, par exemple; ou fabricant et fournisseur de tuiles, établi en un lieu où on se procure l'argile en abondance, disons à Wapping, et qui doit voyager beaucoup dans l'intérêt de son négoce. Qu'il soit prospère, pourvu d'une femme qui l'aime et ne jacasse pas trop et qui lui donne des enfants, des filles surtout; qu'il connaisse un bonheur raisonnable; puis que ce bonheur soudain arrive à son terme. La Tamise, un hiver, se gonfle, les fours où l'on cuit les tuiles, ou les magasins à grain, ou la tannerie, sont emportés par les flots : le voilà ruiné, son homme, ses créanciers s'abattent sur lui comme des mouches, lui fondent dessus comme des corbeaux, il doit fuir son foyer, sa femme, ses enfants et chercher refuge dans le plus misérable taudis de Beggars Lane, sous un faux nom et sous quelque déguisement. Et tout cela - la montée des eaux, la ruine, la fuite, la misère, les pauvres hardes, la solitude - que tout cela soit une figure du naufrage et de l'île où lui, pauvre Robin, se trouva coupé du monde pendant vingt-six ans, jusqu'à en devenir presque fou (et en vérité, qui pourrait dire qu'il ne devint pas bel et bien fou, dans une certaine mesure?).
Ou encore que cet homme soit bourrelier : il a un foyer, un magasin, un entrepôt à Whitechapel, et un grain de beauté sur le menton, et une femme qui l'aime, qui ne jacasse pas, qui lui donne des enfants, des filles surtout, et qui lui fait connaître un grand bonheur, jusqu'à ce que la peste s'abatte sur la ville, c'est l'année 1665, le grand incendie n'a pas encore dévasté Londres. La peste s'abat sur Londres : chaque jour, de paroisse en paroisse, le nombre des morts grossit, riches et pauvres, car la peste ne fait pas de distinction entre les conditions des uns et des autres, toute la richesse de ce bourrelier ne le sauvera pas. Il expédie sa femme et ses filles à la campagne, et envisage de fuir lui-même, mais en fin de compte n'en fait rien. Tu ne craindras ni la terreur de la nuit, lit-il, ouvrant la Bible au hasard, ni la flèche qui vole au grand jour, ni la peste qui rôde dans l'ombre, ni le fléau qui ravage en plein midi. S'il en tombe mille à ton côté et dix-mille à ta droite, toi tu ne seras pas atteint.
Reprenant courage à ce signe, signe de passage à sauveté, il demeure à Londres frappée du fléau et se met à écrire des rapports. Je me trouvai par hasard dans la rue face à une foule, écrit-il, au milieu de laquelle une femme pointait le doigt vers les cieux. Voyez, crie-t-elle, un ange vêtu de blanc qui brandit une épée flamboyante! Et dans la foule chacun opine du chef, à l'adresse de son voisin, En vérité, c'est bien cela, dit-on : un ange et une épée!Mais lui, le bourrelier, ne voit ni l'ange ni l'épée. Tout ce qu'il voit, c'est un nuage de forme étrange, plus lumineux d'un côté que de l'autre, du côté qui reçoit l'éclat du soleil.
C'est une allégorie! s'écrie la femme dans la rue; mais il a beau regarder, il ne voit point d'allégorie. Et c'est ainsi dans son rapport.
Un autre jour, comme il se promenait sur les berges de la rivière à Wapping, son homme qui était naguère bourrelier, mais qui aujourd'hui se trouve privé de son métier, remarque une femme sur le pas de sa porte qui appelle un homme ramant dans un doris : Robert! Robert! crie-t-elle; et il voit l'homme ramer jusqu'à la berge et prendre dans son embarcation un sac qu'il dépose sur un rocher au bord de la rivière, et il repart à la rame; puis il voit la femme descendre jusqu'à la berge, ramasser le sac qu'elle emporte chez elle, la mine empreinte d'un profond chagrin.
Il accoste ce Robert et il lui parle. Robert l'informe que c'est là sa femme et que le sac contient une semaine de vivres pour elle et leurs enfants, de la viande, de la farine et du beurre; mais il n'ose s'approcher davantage, car tous, femme et enfants, sont frappés de la peste; et il en a le coeur brisé. Et tout cela - l'homme Robert et sa femme qui reste en communion en l'appelant par delà l'eau du fleuve, le sac laissé sur la berge - certainement se comprend littéralement, mais représente aussi une figure de sa solitude à lui, Robinson, sur son île, où, au plus noir de son désespoir, il appela par delà les flots les êtres chers en Angleterre pour qu'ils viennent le secourir, et où à d'autres moments, il nagea jusqu'à l'épave pour y chercher de l'avitaillement.
Autre relation de ces temps de malheur. Ne pouvant plus supporter la douleur des bubons dans l'aine et sous les aisselles qui sont le signe de la peste, un homme se précipite, nu comme un ver, dans la rue, dans Harrow Lane à Whitechapel, où son homme le bourrelier le voit faire des bonds et des sauts et gesticuler de la manière la plus étrange, tandis que sa femme et ses enfants lui courent après, l'appellent à cor et à cri pour lui dire de revenir. Et ces bonds et ces gesticulations sont une allégorie de ses propres bonds et gesticulations d'insensé, lorsque, après la calamité du naufrage, et après qu'il eut parcouru la grève en tous sens pour trouver quelque signe de ses compagnons, sans en trouver la moindre trace, si ce n'est une paire de souliers dépareillés, il comprit qu'il était jeté seul sur une île sauvage où il allait sans doute périr sans espoir de salut.
(Mais que chante-t-il d'autre en secret, se demande-t-il, ce pauvre malheureux dont il lit le sort, en plus de sa désolation? Qu'appelle-t-il par delà les eaux et par delà les années, depuis le feu qui brûle au fond de lui?)
Il y a un an, lui, Robinson, a acheté à un matelot pour deux guinées un perroquet que ce matelot avait, disait-il, rapporté du Brésil - un oiseau pas aussi somptueux que sa propre créature bien-aimée, mais splendide spécimen au demeurant, avec un plumage vert, une crête écarlate, et un grand bavard, à en croire le matelot. Et il est vrai que l'oiseau se tenait sur son perchoir dans sa chambre à l'auberge, une petite chaîne à la patte au cas où il chercherait à s'envoler, et il disait les mots Pauvre Jacquot! Pauvre Jacquot!qu'il répétait sans cesse, au point qu'il a dû lui couvrir la tête d'un chaperon; mais il n'a pu lui apprendre le moindre mot de plus. Pauvre Robin! par exemple, peut-être était-il trop vieux pour cela.
Pauvre Jacquot, qui, par l'étroite fenêtre, promène son regard sur les mâtures et, par delà les mâtures, sur la houle grise de l'Atlantique : Mais quelle île est-ce là, demande le Pauvre Jacquot, sur quelle île suis-je donc jeté, si froide, si lugubre? Où étais-tu, mon Sauveur, à l'heure où j'avais grand besoin de toi?
Un homme, ivre, à une heure avancée de la nuit (un rapport de plus de son homme), s'endort sous un porche à Cripplegate. La charrette des morts passe par là (nous sommes encore dans l'année de la peste) et les voisins, pensant que cet homme est mort, le mettent dans la charrette parmi les cadavres. La charrette finit par arriver à la fosse commune à Mountmill et le charretier, le visage emmitouflé pour se protéger des effluves, le soulève pour jeter à la fosse ; et il se réveille, se débat, abasourdi. Mais où suis-je? dit il. Tu es sur le point d'être mis en terre avec les morts, dit le charretier. Mais alors, c'est que je suis mort? dit l'homme. Et cela est aussi une figure de lui sur son île.
Certains parmi les bonnes gens de Londres continuent à vaquer à leurs affaires, pensant qu'ils sont sains de corps et qu'ils seront épargnés. Mais la peste en secret leur court dans le sang : quand l'infection gagne leur coeur, ils tombent morts sur place, ainsi le rapporte son homme, comme frappés par la foudre. Et c'est là une figure de la vie même, de la vie tout entière. Il convient de se bien préparer. Nous devrions nous bien préparer à la mort, sous peine d'être frappés sans préavis. Comme lui, Robinson, ne manqua pas de le voir, lorsque tout d'un coup, sur son île, il tomba sur la trace d'un pied humain dans le sable. C'était une empreinte, partant un signe : signe d'un pied, d'un homme. Mais c'était le signe de bien d'autres choses encore. Tu n'es pas seul, disait ce signe; et aussi, Aussi loin que tu ailles sur les mers, où que tu ailles te cacher, tu seras scruté.
Durant l'année de la peste, écrit son homme, d'autres, en proie à la terreur, abandonnaient tout, leurs foyers, leurs femmes, leurs enfants, et fuyaient, aussi loin de Londres qu'ils pouvaient. Une fois la peste passée, de toutes parts, leur fuite fut condamnée comme une lâcheté. Mais, écrit son homme, on oublie quelle sorte de courage il fallait pour faire face à la peste. Ce n'était pas le courage du simple soldat qui se saisit de son arme pour charger l'ennemi : cela n'était rien moins que charger la Mort sur son cheval blême.
Même quand il faisait de son mieux, son perroquet de l'île, celui des deux qu'il aima le plus, ne dit pas le moindre mot que ne lui avait pas enseigné son maître. Comment se fait-il alors que son homme à lui, qui est une sorte de perroquet, et plutôt mal aimé, écrive aussi bien ou mieux que son maître? Car il a une bonne plume, son homme, cela ne fait aucun doute. Rien moins que charger la Mort sur son cheval blême. Pour lui, son savoir-faire, acquis dans la salle des comptes, consistait à aligner des chiffres et à faire des factures, pas à filer des phrases. Rien moins que la Mort sur son cheval blême : ce sont là des mots auxquels il n'aurait pas pensé. Ce n'est que lorsqu'il se livre totalement à son homme, que de tels mots lui viennent.
Et pour ce qui est des appeaux à canards, des appelants : que savait-il, lui, Robinson, de tels appeaux? Rien du tout jusqu'à ce que son homme se mît à lui envoyer ses chroniques.
Les appelants des Fens du Lincolnshire, le grand instrument de supplice d'Halifax : relations d'un grand périple qui mène son homme d'un bout à l'autre de l'île de Grande Bretagne, ce qui est une figure du périple qu'il fit lui-même sur son île dans la pirogue qu'il s'était construite, le périple qui lui montra qu'il y avait un autre côté de l'île, escarpé, enténébré, inhospitalier, que par la suite il évita à tout prix, alors que, si dans l'avenir des colons viennent à toucher terre sur l'île, ils l'exploreront peut-être et s'y établiront; là encore une figure, du côté enténébré de l'âme et de la lumière.

Lorsque les premières bandes de plagiaires et autres imitateurs s'emparèrent de son histoire d'île, et infligèrent au public leurs propres fables de la vie d'un naufragé, ils n'étaient à ses yeux ni plus ni moins qu'une horde de cannibales qui en avaient à sa propre chair, c'est à dire à sa vie; et il ne se gêna pour le dire. Lorsque je me défendais contre les cannibales qui cherchaient à me jeter bas pour me faire rôtir et me dévorer, écrivit-il, je croyais me défendre contre leurs agissements mêmes. Il ne me vint guère à l'esprit, écrivit-il, que ces cannibales n'étaient rien d'autre que des figures d'une voracité plus diabolique, propre à ronger la substance même de la vérité.
Mais à présent, à y mieux réfléchir, il sent s'insinuer dans son coeur comme un grain de camaraderie pour ses imitateurs. Car il lui semble maintenant qu'il n'existe dans le monde qu'une poignée de récits; et si on interdit aux jeunes de pirater les anciens, il leur faut alors à jamais garder le silence.
Ainsi, dans le récit de ses aventures sur l'île, il raconte comment une nuit il se réveilla épouvanté, persuadé que le diable était couché sur lui dans son lit sous la forme d'un énorme chien. D'un bond, il se leva, se saisit d'un coutelas et se mit à pourfendre l'air de droite et de gauche, tandis que le pauvre perroquet qui dormait à son chevet jetait des cris de frayeur. Ce n'est que bien des jours plus tard qu'il comprit que ni chien ni diable n'avait été couché sur lui, mais qu'il avait plutôt été pris d'une attaque de paralysie passagère, et que, incapable de bouger sa jambe, il en avait conclu que quelque créature était couchée dessus. La leçon à tirer de cet événement semblerait être que toutes les afflictions, y compris la paralysie, sont le fait du diable, et sont en fait le diable même; que si l'on se trouve visité par la calamité d'une maladie, on peut se figurer être visité par le diable, ou par un chien qui figure le diable, et vice versa, une telle visitation sous figure de maladie, comme dans l'histoire de la peste que conte le bourrelier; il s'ensuit que personne qui écrit des histoires sur l'une ou l'autre ne devrait être traité à la légère de faussaire ou de voleur.
Lorsque, il y a des années, il résolut de coucher sur le papier l'histoire de son île, il découvrit que les mots ne lui venaient pas, la plume se refusait à courir sur la page, ses doigts mêmes étaient raides et rétifs. Mais de jour en jour, pas à pas, il acquit le métier d'écrire, et quand il en arriva à ses aventures avec Vendredi dans le nord pris par le gel il couvrait page sur page facilement, sans même réfléchir.
Cette facilité de jadis à composer l'a, hélas, quitté. Quand il s'installe à son petit bureau devant la fenêtre qui donne sur le port de Bristol, il se sent les doigts aussi gourds et la plume lui est un instrument aussi étranger que jamais.
Et l'autre, son homme, trouve-t-il cette affaire d'écrire plus facile? Les histoires qu'il écrit sur les canards, les engins de mort et Londres pendant la peste sont assez joliment tournées; mais il en était ainsi de ses propres histoires jadis. Peut-être le méjuge-t-il, ce petit homme pimpant qui marche d'un pas vif et qui a un grain de beauté sur le menton. Peut-être, à cet instant même est-il, assis tout seul dans une chambre louée quelquepart dans ce vaste royaume, trempant et retrempant sa plume, pris de doute, hésitant, se ravisant.
Comment faut-il se les figurer, cet homme et lui? Le maître et l'esclave? Des frères, des jumeaux? Des compagnons d'armes? Ou des ennemis, des adversaires? Quel nom donnera-t-il à ce compagnon anonyme avec qui il partage ses soirées et parfois ses nuits aussi, qui n'est absent que dans la journée, lorsque lui, Robin, parcourt les quais inspectant les arrivages et que son homme sillonne le royaume au galop pour faire ses inspections.
Cet homme, au cours de ses voyages, viendra-t-il jamais à Bristol? Il voudrait tant le rencontrer en chair et en os, lui serrer la main, faire un tour sur les quais avec lui et prêter l'oreille comme il raconte l'histoire de sa visite au nord enténébré de l'île, ou de ses aventures dans le métier d'écrire. Mais il craint bien que cette rencontre n'ait jamais lieu, pas dans cette vie. S'il faut décider de quelque ressemblance pour la paire qu'ils font, son homme et lui, il écrirait qu'ils sont comme deux navires faisant voile dans des directions contraires, l'un cinglant vers l'ouest, l'autre vers l'est. Ou mieux, qu'ils sont des matelots à la tâche dans la voilure, l'un sur un navire faisant route vers l'ouest, l'autre sur un navire voguant vers l'est. Leurs navires se croisent bord sur bord, ils passent assez près pour se héler. Mais la mer est forte, le temps à la tempête : les yeux fouettés par les embruns, les mains brûlées par les cordages, ils se croisent sans se reconnaître, trop occupés pour même se faire signe.
Traduction par Catherine Lauga du Plessis

Copyright © The Nobel Foundation 2003

quarta-feira, 8 de fevereiro de 2017

J.M.Coetzee





Bibliography

Works in English
Duskland. – Johannesburg : Ravan Press, 1974. – Contents: The Vietnam project ; The Narrative of Jacobus Coetzee
In the Heart of the Country. – London : Secker & Warburg, 1977. – Published in the USA as From the Heart of the Country
Waiting for the Barbarians. – London : Secker & Warburg, 1980
Life and Times of Michael K. – London : Secker & Warburg, 1983
Foe. – London : Secker & Warburg, 1986
White Writing : on the Culture of Letters in South Africa. – New Haven : Yale Univ. Press, 1988
Age of Iron. – London : Secker & Warburg, 1990
Doubling the Point : Essays and Interviews. – Cambridge, Mass. : Harvard Univ. Press, 1992
The Master of Petersburg. – London : Secker & Warburg, 1994
Giving Offense : Essays on Censorship. – Chicago : Univ. of Chicago Press, 1996
Boyhood : Scenes from Provincial Life. – London : Secker & Warburg, 1997
What is Realism? – Bennington, Vt. : Bennington College, 1997
Disgrace. – London : Secker & Warburg, 1999
The Lives of Animals / edited and introduced by Amy Gutmann. – Princeton : Princeton Univ. Press, 1999
The Humanities in Africa = Die Geisteswissenschaften in Afrika. – München : Carl Friedrich von Siemens-Stiftung, 2001
Stranger Shores : Essays, 1986–1999. – London : Secker & Warburg, 2001
Youth. – London : Secker & Warburg, 2002
Elizabeth Costello : Eight Lessons. – London : Secker & Warburg, 2003
Lecture and Speech of Acceptance, upon the Award of the Nobel Prize, Delivered in Stockholm in December 2003. – New York : Penguin Books, 2004.
Slow Man. - Secker & Warburg, 2005 (sept.)
Diary of a Bad Year. – London : Harvill, 2007
Summertime : Scenes from a Provincial Life. – London : Harvill Secker, 2009
Here and now : Letters (2008-2011) / Paul Auster and J. M. Coetzee. – New York : Viking, 2013
The Childhood of Jesus. – London : Harvill, 2013
 
Critical studies
Dovey, Teresa, The Novels of J.M. Coetzee : Lacanian Allegories. – Cape Town : Donker, 1988
Penner, Allen Richard, Countries of the Mind : the Fiction of J.M. Coetzee. – New York : Greenwood Press, 1989
Gallagher, Susan VanZanten, A Story of South Africa : J.M. Coetzee's Fiction in Context. – Cambridge, Mass. : Harvard Univ. Press, 1991
Attwell, David, J.M. Coetzee : South Africa and the Politics of Writing. – Berkeley : Univ. of California Press, 1993
Critical Perspectives on J.M. Coetzee / edited by Graham Huggan and Stephen Watson. – Basingstoke : Macmillan, 1996
Kossew, Sue, Pen and Power : a Post-Colonial Reading of J.M. Coetzee and André Brink. – Amsterdam : Rodopi, 1996
Head, Dominic, J.M. Coetzee. – Cambridge : Cambridge Univ. Press, 1997
Critical Essays on J.M. Coetzee / edited by Sue Kossew. – New York : G.K. Hall, 1998
Helgesson, Stefan, Sports of Culture : Writing the Resistant Subject in South Africa (Readings of Ndebele, Gordimer, Coetzee). – Uppsala : Dept. of Literature [Litteraturvetenskapliga institutionen], Univ., 1999
Viola, André, J.M. Coetzee : romancier sud-africain. – Paris : Harmattan, 1999 
Attridge, Derek, J. M. Coetzee & the Ethics of Reading : Literature in the Event. – Chicago : University of Chicago Press, 2004
A Universe of (Hi)stories : Essays on J.M. Coetzee / Liliana Sikorska (ed.). – Frankfurt am Main : Peter Lang, 2006
J. M. Coetzee and the Idea of the Public Intellectual / edited by Jane Poyner. – Athens : Ohio University Press, cop. 2006
Clarkson, Carrol, J. M. Coetzee : Countervoices. – Basingstoke : Palgrave Macmillan, 2009
Hayes, Patrick, J.M., Coetzee and the novel : writing and politics after Beckett. – Oxford : Oxford University Press, 2010
J.M. Coetzee's Austerities / edited by Graham Bradshaw and Michael Neill. – Farnham : Ashgate, 2010
J.M. Coetzee and ethics : philosophical perspectives on literature / edited by Anton Leist & Peter Singer. – New York : Columbia University Press, 2010

The Swedish Academy, 2013

terça-feira, 7 de fevereiro de 2017

J.M.Coetzee



J. M. Coetzee - Biographical


John Maxwell Coetzee was born in Cape Town, South Africa, on 9 February 1940, the elder of two children. His mother was a primary school teacher. His father was trained as an attorney, but practiced as such only intermittently; during the years 1941–45 he served with the South African forces in North Africa and Italy. Though Coetzee's parents were not of British descent, the language spoken at home was English.
Coetzee received his primary schooling in Cape Town and in the nearby town of Worcester. For his secondary education he attended a school in Cape Town run by a Catholic order, the Marist Brothers. He matriculated in 1956.
Coetzee entered the University of Cape Town in 1957, and in 1960 and 1961 graduated successively with honours degrees in English and mathematics. He spent the years 1962–65 in England, working as a computer programmer while doing research for a thesis on the English novelist Ford Madox Ford.
In 1963 he married Philippa Jubber (1939–1991). They had two children, Nicolas (1966–1989) and Gisela (b. 1968).
In 1965 Coetzee entered the graduate school of the University of Texas at Austin, and in 1968 graduated with a PhD in English, linguistics, and Germanic languages. His doctoral dissertation was on the early fiction of Samuel Beckett.
For three years (1968–71) Coetzee was assistant professor of English at the State University of New York in Buffalo. After an application for permanent residence in the United States was denied, he returned to South Africa. From 1972 until 2000 he held a series of positions at the University of Cape Town, the last of them as Distinguished Professor of Literature.
Between 1984 and 2003 he also taught frequently in the United States: at the State University of New York, Johns Hopkins University, Harvard University, Stanford University, and the University of Chicago, where for six years he was a member of the Committee on Social Thought.
Coetzee began writing fiction in 1969. His first book, Dusklands, was published in South Africa in 1974. In the Heart of the Country (1977) won South Africa's then principal literary award, the CNA Prize, and was published in Britain and the USA. Waiting for the Barbarians (1980) received international notice. His reputation was confirmed by Life & Times of Michael K (1983), which won Britain's Booker Prize. It was followed by Foe (1986), Age of Iron (1990), The Master of Petersburg (1994), and Disgrace (1999), which again won the Booker Prize.
Coetzee also wrote two fictionalized memoirs, Boyhood (1997) and Youth(2002). The Lives of Animals (1999) is a fictionalized lecture, later absorbed into Elizabeth Costello (2003). White Writing (1988) is a set of essays on South African literature and culture. Doubling the Point (1992) consists of essays and interviews with David Attwell. Giving Offense (1996) is a study of literary censorship. Stranger Shores (2001) collects his later literary essays.
Coetzee has also been active as a translator of Dutch and Afrikaans literature.
In 2002 Coetzee emigrated to Australia. He lives with his partner Dorothy Driver in Adelaide, South Australia, where he holds an honorary position at the University of Adelaide.
From Les Prix Nobel. The Nobel Prizes 2003, Editor Tore Frängsmyr, [Nobel Foundation], Stockholm, 2004

segunda-feira, 6 de fevereiro de 2017

J.M.Coetzee



Prose 

Excerpts from Disgrace

IllustrationExcerpts selected by the Nobel Library of the Swedish Academy.

(Pages 111-112 and 183-184)

As gently as he can, he offers his question again. 'Lucy, my dearest, why don't you want to tell? It was a crime. There is no shame in being the object of a crime. You did not choose to be the object. You are an innocent party.'
Sitting across the table from him, Lucy draws a deep breath, gathers herself, then breathes out again and shakes her head.
'Can I guess?' he says. 'Are you trying to remind me of something?'
'Am I trying to remind you of what?'
'Of what women undergo at the hands of men.'
'Nothing could be further from my thoughts. This has nothing to do with you, David. You want to know why I have not laid a particular charge with the police. I will tell you, as long as you agree not to raise the subject again. The reason is that, as far as I am concerned, what happened to me is a purely private matter. In another time, in another place it might be held to be a public matter. But in this place, at this time, it is not. It is my business, mine alone.'
'This place being what?'
'This place being South Africa.'
'I don't agree. I don't agree with what you are doing. Do you think that by meekly accepting what happened to you, you can set yourself apart from farmers like Ettinger? Do you think what happened here was an exam: if you come through, you get a diploma and safe conduct into the future, or a sign to paint on the door-lintel that will make the plague pass you by? That is not how vengeance works, Lucy. Vengeance is like a fire. The more it devours, the hungrier it gets.'
'Stop it, David! I don't want to hear this talk of plagues and fires. I am not just trying to save my skin. If that is what you think, you miss the point entirely.'
'Then help me. Is it some form of private salvation you are trying to work out? Do you hope you can expiate the crimes of the past by suffering in the present?'
'No. You keep misreading me. Guilt and salvation are abstractions. I don't act in terms of abstractions. Until you make an effort to see that, I can't help you.'
He wants to respond, but she cuts him short. 'David, we agreed. I don't want to go on with this conversation.'
Never yet have they been so far and so bitterly apart. He is shaken.
/- - -/
Working as swiftly as he can, holding tight to Teresa, he tries to sketch out the opening pages of a libretto. Get the words down on paper, he tells himself. Once that is done it will all be easier. Then there will be time to search through the masters - through Gluck, for instance - lifting melodies, perhaps - who knows? - lifting ideas too.
But by steps, as he begins to live his days more fully with Teresa and the dead Byron, it becomes clear that purloined songs will not be good enough, that the two will demand a music of their own. And, astonishingly, in dribs and drabs, the music comes. Sometimes the contour of a phrase occurs to him before he has a hint of what the words themselves will be; sometimes the words call forth the cadence; sometimes the shade of a melody, having hovered for days on the edge of hearing, unfolds and blessedly reveals itself. As the action begins to unwind, furthermore, it calls up of its own accord modulations and transitions that he feels in his blood even when he has not the musical resources to realize them.
At the piano he sets to work piecing together and writing down the beginnings of a score. But there is something about the sound of the piano that hinders him: too rounded, too physical, too rich. From the attic, from a crate full of old books and toys of Lucy's, he recovers the odd little seven-stringed banjo that he bought for her on the streets of KwaMashu when she was a child. With the aid of the banjo he begins to notate the music that Teresa, now mournful, now angry, will sing to her dead lover, and that pale-voiced Byron will sing back to her from the land of the shades.
The deeper he follows the Contessa into her underworld, singing her words for her or humming her vocal line, the more inseparable from her, to his surprise, becomes the silly plink-plonk of the toy banjo. The lush arias he had dreamed of giving her he quietly abandons; from there it is but a short step to putting the instrument into her hands. Instead of stalking the stage, Teresa now sits staring out over the marshes toward the gates of hell, cradling the mandolin on which she accompanies herself in her lyric flights; while to one side a discreet trio in knee-breeches (cello, flute, bassoon) fill in the entr'actes or comment sparingly between stanzas.

Excerpts from Disgrace
Copyright © J. M. Coetzee 1999
Published by Secker & Warburg, London, 1999
ISBN 0 436 20489 4

sábado, 4 de fevereiro de 2017

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sexta-feira, 3 de fevereiro de 2017

quinta-feira, 2 de fevereiro de 2017

Sydney Opera

 

Em alguns momentos ...
Conseguir criar uma foto ...
Tentar escrever algumas linhas ...
E imaginar a criação de uma Harmonia entre elas ...
Pode se transformar em uma grande Felicidade ...
Afinal estamos aqui para isso, não ?